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 Finden Sie zur Stille – zünden Sie Ihre Kerze an

Eingangsworte (lesen oder eine/r in der Hausgemeinschaft liest vor)
HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe;
sei mir gnädig und antworte mir!
Mein Herz hält dir vor dein Wort:
„Ihr sollt mein Antlitz suchen." (Ps 27,7)

Lied        EG 455              Morgenlicht leuchtet (singen oder lesen)

Gebet
Guter Gott, wir nehmen dein Angebot ernst. Wir sollen dein Antlitz suchen!
Das tun wir immer wieder und doch fühlen wir uns auch verlassen.
Mutlos, kraftlos, misstrauisch, sich aufgebend gehen wir unsere Schritte.
Zuletzt bleibt die Hoffnung, dass sich deine Barmherzigkeit an uns erfüllt.
Wandle sie in Vertrauen.
Das erbitten wir durch Jesus Christus, deinem Sohn und unseren Herren. 
Amen.

Psalm 68, 20f

Gepriesen sei der Herr! Tag für Tag trägt er unsere Last;
ja, er, Gott, ist unsere Rettung.
Gott schenkt uns Rettung auf vielfältige Weise.
Der HERR, ja, er, der Herr hat Auswege selbst da,
wo man dem Tod preisgegeben ist!  

Lied        EG 136, 1-3        Oh komm, du Geist der Wahrheit

Lesung –  Röm 8,26-30
26 Und auch der Geist Gottes tritt mit Flehen und Seufzen für uns ein; er bringt das zum Ausdruck, was wir mit unseren Worten nicht sagen können. Auf diese Weise kommt er uns in unserer Schwachheit zu Hilfe, weil wir ja gar nicht wissen, wie wir beten sollen, um richtig zu beten.
27
Und Gott, der alles durchforscht, was im Herzen des Menschen vorgeht, weiß, was der Geist mit seinem Flehen und Seufzen sagen will;
denn der Geist tritt für die, die zu Gott gehören, so ein, wie es vor Gott richtig ist.
28
Eines aber wissen wir: Alles trägt zum Besten derer bei, die Gott lieben; sie sind ja in Übereinstimmung mit seinem Plan berufen.
29
Schon vor aller Zeit hat Gott die Entscheidung getroffen, dass sie ihm gehören sollen. Darum hat er auch von Anfang an vorgesehen, dass ihr ganzes Wesen so umgestaltet wird, dass sie seinem Sohn gleich sind. Er ist das Bild, dem sie ähnlich werden sollen, denn er soll der Erstgeborene unter vielen Brüdern sein.
30 Und weil Gott sie für dieses Ziel bestimmt hat, hat er sie auch berufen. Und weil er sie berufen hat, hat er sie auch für gerecht erklärt. Und weil er sie für gerecht erklärt hat, hat er ihnen auch Anteil an seiner Herrlichkeit gegeben.

Impuls
(von Pfr. Klaus-Willi Schmidt, Klinikseelsorge im Philippshospital)
„… nur ein Schilfrohr, das zerbrechlichste in der Welt, ist der Mensch“ – mit diesem Bild beschrieb der französische Philosoph Blaise Pascal unsere irdische Existenz als verletzlich und brüchig, – von Schwachheit und Leiden geprägt. Pascal litt seit seinem 18. Lebensjahr unter permanenten Schmerzen und wurde nur 39 Jahre alt. Im Predigttext beschreibt auch Paulus unsere Schwäche und Hilflosigkeit. Ich möchte es einmal so formulieren: Es gibt Ereignisse im Leben, die uns „die Sprache verschlagen“ – die uns „sprach-los“ machen. So etwas geschieht bei Menschen, die selbst ein schweres Trauma erlitten haben, oder auch mit dem tragischen Schicksal anderer konfrontiert worden sind. Wir haben die schrecklichen Bilder der Medien vor Augen: Wir sehen die Zerstörung, Menschen kommen ums Leben, Menschen stehen vor den Trümmern ihrer Existenz.
In ihrem Buch „Gegenwind“ erzählt Dorothee Sölle, dass ein junger Kollege und Freund plötzlich verstorben war. Die nicht kirchliche Bestattung verlief in einer sonderbar schweigsamen Atmosphäre. Sölle schrieb später: „Die hoffnungslose Stummheit der Beerdigung ist mir in schauerlicher Erinnerung. In uns schrie alles: Warum musste dieser Freund so früh sterben? Was ist der Sinn eines solchen Todes? Wir alle waren voll von Zorn und Trauer, aber jeder behielt seine Trauer für sich ( … ). Sie fand keine Sprache, keine Gesten, kein Lied, keinen Fluch. Wir blieben stumm.“ Diese Stummheit war vielleicht auch Ausdruck einer inneren Lähmung, die verhinderte, dass sie ihre Gefühle artikulieren konnte.
Paulus beschreibt, dass wir manchmal so sehr gelähmt sind, dass uns selbst gegenüber Gott die Worte fehlen. Nicht einmal zu einer Klage reicht es dann mehr. Ja, es gibt Erfahrungen, die lassen uns Menschen auch vor Gott verstummen. Da fällt es einem unendlich schwer, zu beten, man findet nicht die rechten Worte, es hat einem vor Gott regelrecht „die Sprache verschlagen“. Solche Erfahrungen können auch die sog. „großen Vorbilder“ im Glauben treffen.
Die berühmte Mutter Theresa, die sich in den Slums von Kalkutta um Kranke und Obdachlose gekümmert hat, eine glaubensfeste, engagierte und stets fröhliche Nonne, fühlte sich wenige Jahre vor ihrem Tod einsam und ausgebrannt. An den Erzbischof von Kalkutta schrieb sie: „Gott hat mich verlassen. Ich habe keine Kraft mehr. Um mich ist es kalt und dunkel. Nichts erreicht meine Seele. Ich kann nicht mehr beten.“ – Auch diese tiefreligiöse Frau war vor Gott regelrecht verstummt …
Was können wir tun, wenn wir nicht einmal mehr die Kraft haben, uns vor Gott zu artikulieren?
Der aus Thüringen stammende Komponist Melchior Vulpius hat in einem seiner Kirchenlieder eine Richtung gewiesen, die dem, was Paulus im Römerbrief schreibt, m.E. sehr nahe kommt. In seinem Lied „Christus, der ist mein Leben“ heißt es in der vierten Strophe: „Wenn meine Kräfte brechen, /mein Atem geht schwer aus /und kann kein Wort mehr sprechen: /Herr, nimm mein Seufzen auf!“ (EG 516,4) Der Liederdichter vertraut darauf, dass Gott uns selbst dann hört, wenn wir nur noch ein Seufzen über die Lippen bringen. Er versteht in seiner ganzen Tiefe, was uns das Herz oft so schwermacht und manchmal sogar zerreißen lässt.
Nach Paulus ist es der göttliche Geist, der unsere Angst, unser Seufzen – und manchmal sogar unser Schweigen – in Worte „transformiert“, die Gott entsprechen – und ihn ansprechen. Wenn Paulus formuliert „Der Geist nimmt sich unserer Schwachheit an“, dann verwendet er dabei einen griechischen Begriff, der aussagt, dass jemand die Last eines andern auf sich nimmt und an dessen Stelle tritt (συναντιλαμβάνομαι; V.26). Was für eine befreiende Botschaft! Selbst wenn uns die nötigen Kräfte fehlen, können wir gewiss sein, dass unser Seufzen und Stammeln Gott erreicht – und ihn anrührt! Er hört es, woran ja auch der Name des heutigen Sonntags „Exaudi“ erinnert. Und wenn Gott hört, dann ist damit immer zugleich sein Eingreifen und seine Hilfe verbunden. Exemplarisch kommt das bei der Berufung des Moses zum Ausdruck: „Ich habe das Geschrei meines Volkes gehört und bin herabgekommen, um es zu erretten.“ (vgl. Ex 3,7f.) Man hat das 8. Kapitel des Römerbriefs das „Hohelied der Hoffnung“ genannt. Die Berechtigung für diese Bezeichnung ergibt sich m.E. gerade auch aus unserer Stelle. Dass wir nicht auf unsere eigene Glaubenskraft und -dynamik angewiesen sind, sondern uns der belebende Geist Gottes vertritt – aber auch aufhilft – das ist weit mehr als ein bloßer Hoffnungsschimmer! Sind wir von tragischen Ereignissen betroffen, dann verschlägt es uns manchmal nicht nur die Sprache, sondern auch unser Vertrauen auf Gott. Seine guten und heilvollen Ziele, die er mit unserm Leben hat, werden nicht allein auf eine harte Probe, sondern manchmal auch in Frage gestellt. Lebenskrisen gehen nicht selten mit Glaubenskrisen einher. Man fragt sich: „Wie passt das zusammen – menschliches Leid und göttliches Erbarmen?“
In seinem Roman „Die Pest“ lässt Albert Camus einen Arzt namens Bernard Rieux auftreten, der gegen diese Krankheit, die in der algerischen Stadt Oran ausgebrochen ist, ankämpft. Angesichts jener schrecklichen Epidemie kommt dessen Glaube an Gott ins Wanken. Im Gespräch mit seinem Nachbarn Tarrou äußert er: „Da die Weltordnung durch den Tod bestimmt wird, ist es vielleicht besser für Gott, wenn man nicht an ihn glaubt und dafür mit aller Kraft gegen den Tod ankämpft, ohne die Augen zu dem Himmel zu erheben, wo er schweigt.“ Klingen die Worte des Paulus nicht zynisch, wenn er schreibt: „Eines aber wissen wir: Alles trägt zum Besten derer bei, die Gott lieben.“ (V.28)? Wird hier letztlich nicht das Leiden, dem ja nach dieser Vorstellung auch eine „aufbauende“ Funktion zukommt, schöngeredet? In der Tat besteht die Gefahr, diesen Gedanken als eine Verharmlosung dessen zu verstehen, was uns im Leben an schweren Erfahrungen begegnet – und manchmal auch hart trifft. Dass man als Christ Krankheit und Notlagen aber gerade nicht fatalistisch hinzunehmen hat, zeigt schon ein Blick in die Evangelien.
Jesus hat die Menschen mit ihren Gebrechen nicht vertröstet, sondern davon befreit und geheilt! Ich glaube, man darf diese Aussage des Paulus nicht als dogmatischen Lehrsatz (miss)verstehen, der das menschliche Leid „erklären“ und ihm dann letztlich doch etwas Gutes abgewinnen will. Ich denke, Paulus geht es hier um etwas ganz Anderes – nämlich um einen seelsorgerlichen Zuspruch. Ja, unsere Existenz ist zerbrechlich, und manche Lebenslinien sind unverständlich – das sieht Paulus ganz nüchtern – aber, so fährt er fort, das wird dich nie auch nur einen Moment lang von der Nähe und Liebe Gottes trennen – und es wird und darf dich auch nicht aus der Bahn werfen! Selbst die schlimmsten Umstände und die verfahrensten Situationen kann Gott zum Guten wenden! Die Josefgeschichte steht für diesen positiven Synergie-Effekt. Sie zeigt, wie der von seinen Brüdern verkaufte und unter falscher Anklage ins Gefängnis geworfene junge Mann letztlich zu höchsten Ehren gelangt. Womit andere ihm schaden wollten, das hat Gott geradezu benutzt – und zum Guten gewendet. Wer im Vertrauen darauf lebt, der kann allem, was ihm widerfährt, mit großer innerer Ruhe und Gelassenheit begegnen. Er weiß: Mein Leben ist nicht von irgendwelchen Zufällen des Schicksals abhängig, sondern von dem, der es zu einem guten und heilvollen Ziel führen will und wird. Um diese Gewissheit, dass Gott uneingeschränkt auf unserer Seite steht, zu unterstreichen, weist Paulus auf unsere besondere Berufung hin. Auch hier entfaltet Paulus keine dogmatische Konzeption, sondern er möchte seelsorgerlich ermutigen und aufrichten. Diesen Gedanken hat auch Paul Gerhardt in einem bekannten Weihnachtslied aufgegriffen: Eh ich (!) durch deine Hand gemacht, /da hast du schon bei dir bedacht, /wie du mein (!) wolltest werden« (EG 37,2). In diesen Worten drückt sich nichts Anderes als die tiefe Gewissheit aus, dass den Liederdichter (und Beter!) nichts – auch nicht die Unwägbarkeiten des Schicksals – von Gott trennen können.  

Fürbitten
Guter Gott, dein Leben weckt unsere Begeisterung und Liebe
– zugleich auch unsere Angst Liebgewonnenes verlieren oder aufgeben zu müssen.
Du lehrst uns, dass wir uns dir anvertrauen können.
Wie ein Hirte führst du uns durch unser Leben.
Lass uns wagen deiner Stimme zu vertrauen und wenn es dunkel wird,
dem Geräusch deines Wanderstabes zu folgen.
So lass uns eins werden mit dir, wie dein Sohn es für uns erbat.
Mit seinen Worten bitten wir um alles, was für uns notwendig ist und ehren dich mit Lobpreis:   

Vater unser (EG 417)

Lied       449,8.12       Die güldne Sonne

Segensbitte

Gott segne uns und behüte uns.
Mit gnädigem Blick begegne er uns.
Er schaue uns an und schenke uns Frieden.
Amen.

Glockengeläut und Kerze anzünden.

Stille

Eingangsworte

Die Glocken läuten und rufen zum Gebet.
Wir sind an verschiedenen Orten, durch Gott verbunden im Geist.
Wir feiern Gottesdienst und wissen, Gott ist mitten unter uns.

Heute am Sonntag Rogate werden wir aufgerufen – betet!

„Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft
noch seine Güte von mir wendet.“

Dass auch wir so beten können, wie die Beterin oder der Beter aus Psalm 66,
das wünsche ich uns.

In dieser Hoffnung sind wir zusammen im Namen Gottes,
Quelle und Ziel allen Lebens,
menschgewordene Liebe,
Kraft in unserer Mitte.
Amen.

Lied        107, 1-3 (Wir danken Dir, Herr Jesu Christ)


In einer modernen Übertragung von Psalm 95 heißt es.

Kommt!
Alle zusammen wollen wir Gott zujubeln!
Denn durch Gott leben wir.

Wir wollen Gott danken.
Unsere Gebete klingen für Gott.
Denn Gott ist groß.

Gott hält die tiefsten Tiefen der Erde in der Hand.
Die höchsten Höhen trägt Gott.
Das Meer gehört Gott, denn Gott hat es geschaffen.
Das trockene Land ist Gottes Eigentum,
denn Gottes Hand hat es bereitet.

Kommt!
Alle zusammen wollen wir Gott zujubeln!
Denn durch Gott leben wir.

Wir wollen Gott danken.
Unsere Gebete klingen für Gott.
Denn Gott ist groß.

Eingangsgebet
Du unser Gott und Vater,
du bist es, zu dem wir beten und bitten:
die einen zögerlich, die anderen selbstbewusst,
die einen übersprudelnd dankbar,
die anderen enttäuscht und mit wenig Hoffnung.
Höre unsere Worte und Gedanken, Gott, in all ihrer Vielstimmigkeit.
Lass sie an deine Ohren und an dein Herz dringen.
Schenke uns deinen Heiligen Geist
und lass deine Worte an unsere Ohren dringen
und unsere Herzen berühren.
Amen.

Lied        344, 1-9 (Vater unser im Himmelreich)

Impuls

Das wichtigste und bekannteste Gebet der Christinnen und Christen haben
wir gerade gesungen oder den Text gelesen. Auch auf unserem Titelblatt ist
es zu sehen. Die Bibel berichtet, dass Jesus selbst es seinen Jüngerinnen
und Jüngern beigebracht hat. Es ist das Gebet, das alle christlichen Kirchen miteinander verbindet, weltweit und über die Jahrhunderte hindurch.

Am vergangenen Samstag habe ich dieses Gebet mit Menschen zusammen gebetet, die wegen des Krieges aus der Ukraine flüchten mussten. Jede und jeder hat in der eigenen Muttersprache gebetet. Das war für mich ein sehr ergreifender Moment, indem ich die Kraft des Gebets spüren konnte.

In einer Kinder-Geschichte von Lene Mayer-Skumanz, die ich hier stark
verkürzt widergebe wird erzählt:
Die Religionslehrerin fragt die Kinder: „Was können wir alles miteinander tun?“
„Spielen“, sagt Nele. „Probieren wir’s“? fragt die Lehrerin.
Und die Kinder spielen „Blinde Kuh“, auch die Lehrerin spielt mit.

„Was können wir noch zusammen machen?“ fragt die Lehrerin.
„Essen“, sagt Noah. „Probieren wir’s?“ fragt die Lehrerin.
Sie nimmt einen großen Apfel aus der Tasche und teilt ihn in viele kleine Spalten, jedes Kind bekommt eine.

„Was können wir noch zusammen machen?“ fragt die Lehrerin.
„Beten“, sagt Mia. „Wir könnten vielleicht das Vaterunser miteinander ausprobieren“, sagt die Lehrerin.
„Aber wirklich beten, nicht aufsagen“, ruft Moritz.
„Wenn wir zu Hause beten, klingt das manchmal wie aufgesagt.“
„Hm“, macht die Lehrerin: „Wie könnten wir es anders machen?
„Ich weiß was“, sagt Katharina. „Wir beten FÜR jemanden. Für irgendeinen Menschen, der heute nicht Beten will oder kann. Dem schenken wir ein Miteinander-Vaterunser.“
„Von mir aus“, sagt Moritz.

Ich lade Sie, liebe Leserin, lieber Leser ein, jetzt ein „Miteinander-Vaterunser“ zu beten.
Denken Sie an einen Menschen, ob sie ihn kennen oder nicht – und schenke diesem Menschen das Vaterunser, das Sie jetzt beten.
Vaterunser

In unserer Geschichte fragt die Lehrerin:
„Hat das wie aufgesagt geklungen, Moritz“?
„Nein, das war wirklich“, sagt Moritz.
„So wirklich wie vorher das Spielen und der Apfel.“
Amen.

Lied        232, 1-4 (Allein zu dir, Herr Jesu Christ)

Fürbitten

Gott, du bist alles in allem,
durch dich wissen wir uns verbunden mit vielen Menschen hier und anderswo.
Wir beten für alle, die heute Gottesdienst feiern, wo auch immer in dieser Welt.
Wir beten für alle, die nach dem Glauben fragen und Gemeinschaft suchen:
Sei uns allen nahe.

Wir beten für alle, die unsicher sich und sich fürchten vor der Zukunft.
Für sie beten wir um Vertrauen und Zuversicht.
Für Gescheiterte bitten wir um einen neuen Anfang,
für Zweifelnde um neue Hoffnung.

Für alle, die sich verloren fühlen,
bitten wir um Zusammengehörigkeit und Heimat.
Für Menschen, die einsam sind, bitten wir um menschliche Wärme.
Für Fragende bitten wir um offene Ohren und verstehende liebevolle Antwortversuche.
Für Hungernde bitten wir, dass sie satt werden.
Für die Satten bitten wir, dass sie ihre Hände öffnen.
Für alle, denen es gut geht, dass sie nicht gleichgültig werden.

Und alles, was uns sonst noch am Herzen liegt, das bringen wir jetzt
in der Stille vor dich, Gott.

Befreie uns von Angst und falscher Sicherheit und schenke uns,
was gut für uns ist.
Amen.

Lied        369, 7 (Sing, bet‘ und geh auf Gottes Wegen)

Segen

Geh in die kommende Woche gesegnet von Gott:
Gott segne Dich und behüte Dich.
Gott lasse das Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.
Gott erhebe das Angesicht auf Dich und schenke Dir und der ganzen Welt Frieden.   Amen.

Stille     Kerze auspusten


Ökumenische Friedensdekade.de

Glockenläuten    &     Kerze anzünden

Einstimmung 
Heute ist der erste Sonntag in der Passionszeit´22.
Wir denken an das Leiden Jesu. Und es ist Krieg.
Die Welt leidet, stöhnt und ängstigt sich. Passionszeit. 
Gott steht bei den Menschen in ihrem Leid.
Daran glauben wir. Und daran: Dass Gott Frieden will.
Wir schauen in die Ukraine. Wir fühlen mit den Menschen.
Wir beten für sie und für den Frieden.
Wir sind zusammen, verbunden durch Gottes Geist – in der Nähe und Ferne.

Votum
Wir feiern im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Worte aus Psalm 85     (Basisbibel)
Gott, zeige uns deine Gnade
          und gib uns dein Heil!
Könnte ich doch hören, was Gott der Herr redet,
dass er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen,
auf dass sie nicht in Torheit geraten.
        Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten,
        dass in unserm Lande Ehre wohne;
dass Güte und Treue einander begegnen,
Gerechtigkeit und Friede sich küssen;
       dass Treue auf der Erde wachse
       und Gerechtigkeit vom Himmel schaue;
dass uns auch Gott Gutes tue
und unser Land seine Frucht gebe;
        dass Gerechtigkeit vor ihm her gehe
        und seinen Schritten folge.
Amen

Liedvers    EG+ 109    Meine Hoffnung und meine Freude

Gebet + Stille

Du Gott des Friedens, es ist Krieg in der Ukraine.
Von Russland angegriffen.
Es ist Krieg in Europa.
Der Frieden wurde mutwillig und absichtsvoll zerstört.
Wir sind entsetzt und fassungslos. Ohnmacht, Angst und Wut sind in uns.
Wir suchen Deine Nähe in diesem Augenblick.
Wir klagen Dir das Leid aller, über die Gewalt und Tod gekommen sind…[Stille]
Sieh die Angst der Menschen in der Ukraine, sieh unsere Angst…[Stille]
Wehre den Kriegstreibern, lass Frieden werden...[Stille]
Lass Du uns nicht los - uns und alle, die jetzt ratlos und ohnmächtig sind…[Stille]
Höre uns! Sei uns nahe in der Not!
Sprich Du selbst in uns, wo uns die Worte fehlen.
Amen.

Lied    EG 436        Herr, gib uns deinen Frieden

Lesung aus Micha 4,1-4
In den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des HERRN Haus ist, feststehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben. Und die Völker werden herzulaufen, und viele Heiden werden hingehen und sagen:  Kommt, lasst uns hinauf zum Berge des HERRN gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir in seinen Pfaden wandeln! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem. Er wird unter vielen Völkern richten und mächtige Nationen zurechtweisen in fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie schrecken. Denn der Mund des HERRN Zebaoth hat's geredet. Amen

Lied    EG 430         Gib Frieden, Herr, gib Frieden


Impuls   
Der Frieden war da. Man konnte sich auf ihn verlassen.
So habe ich bisher gelebt. Ich kannte es nicht anders. Auch wenn es immer
 Krieg gab, irgendwo, in Syrien etwa seit 10 Jahren…Trotzdem: Weit weg!
Jetzt, erst jetzt, kommt er mir nah. Ich merke es, auch körperlich.
Mit dem Frieden ist es wie mit einem geliebten Menschen.
Erst, wenn er nicht mehr da ist, weiß man, wie sehr man ihn vermisst.
„Wir sind in einer anderen Welt aufgewacht“ – dieser Satz trifft es. Und wer jemanden verloren hat, dem geht es doch genauso. Dieser kurze Moment morgens, zwischen Schlafen und Wachwerden, in dem noch alles ist, wie es immer war. Bevor die Realität wieder da ist und dieses „Da war doch was - ach ja“ mit dir aufsteht und dich den ganzen Tag begleitet, mal schwächer, mal stärker.
Mit dem Frieden ist das genauso. Er war einfach da. Ich konnte mich immer auf ihn verlassen. Wie leichtsinnig zu glauben, das würde immer so bleiben. Keinen größeren Gedanken habe ich vor dem 24. Februar´22 an die Ukraine verschwendet. Doch, unsere ehemalige Chorleiterin kam von dort, hat Familie dort. Aber ansonsten wusste ich nicht viel. Und das schon die russische Annexion der Krim 2014 uns alle auf Demonstrationen hätte schicken müssen, so groß wie die vom vergangenen Sonntag - das weiß ich auch erst jetzt.
Dieses ewige „Hinterher ist man klüger“. Wenn wir das gewusst hätten… Ja, hinterher ist man klüger. Mit dem Kopf, aber vor allem doch mit dem Herzen. Wenn jemand nicht mehr da ist, den du liebst. Wenn der Frieden nicht mehr da ist, in dem du lebst. Und du deinen Kindern erklären musst, was ein Krieg ist und ihnen sagen möchtest, dass sie keine Angst zu haben brauchen. Während die Angst dich selbst umgibt…
„Man darf die Bedrohung nicht zu dicht an sich heranlassen“ rät der kluge Psychologe. Aber die Bedrohung ist ja da, den ganzen Tag!
„Empathie darf nicht zu weit gehen“, das rät der Psychologe auch. Was soll dieser Rat? Ich schmiere mir morgens ein Brot, mach mir einen Kaffee und denke an die Menschen in Kiew, die das nicht mehr tun können, weil sie die Nacht in einer U-Bahnstation verbringen mussten. Oder weil sie seit Tagen irgendwo Richtung Grenze unterwegs sind. Richtung Westen - mit zwei Kindern, drei Koffern, einem Rucksack und ohne ihren Mann und Vater.
Und ich denke: Nein, Psychologe, Empathie kann gar nicht weit genug gehen.
•    Damit wir spüren, was uns fehlen würde, wäre der Frieden nicht mehr da.
•    Damit wir spüren, was wir zu verteidigen haben und dass wir darum kämpfen müssen.
•    Rede mir die Angst bloß nicht aus.
Und deswegen mag ich Jesus lieber als alle Psychologen. Denn er sagt:

„In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Joh 16.33)

Die Angst ist da. Sie macht uns wach.
Wie man all das überwindet, die Angst und die Welt, das hat uns Jesus gezeigt. Wie man dafür kämpft, aber ohne Waffen und vorher. Vor allem vorher. Denn wie mit einem geliebten Menschen ist es mit dem Frieden. Amen

Lied    EG 425        Gib uns Frieden jeden Tag


Gebet
Gott, wir bitten Dich für die Menschen in der Ukraine, die in großer Angst vor noch mehr Krieg und Gewalt in ihrem Land leben:
Gib ihnen Hoffnung und stärke sie in ihrer Not.
Wir rufen: Gott, erbarme dich.

Gott, wir bitten Dich für die Menschen, die in diesem Konflikt Macht haben und Entscheidungen treffen: Wecke und stärke den Geist der Friedfertigkeit und Versöhnung und die Ehrfurcht vor dem Leben.
Wir rufen: Gott, erbarme dich.

Gott, wir bitten Dich für alle, die sich in der Ukraine um die Verwundeten, Traumatisierten und Geflüchteten kümmern: Gib ihnen Kraft für ihr Tun und schütze sie vor Verzweiflung angesichts des Leides um sie herum.
Wir rufen: Gott, erbarme dich.

Wir bitten Dich für die Kirchen in der Ukraine, in Russland und weltweit:
Gib Ihnen Mut, gegen Gewalt und Hass die Stimme zu erheben, die Despoten und Machthaber auf Recht und Gerechtigkeit hinzuweisen. Gib den Geist der Zuversicht, damit sie den Menschen mit ihrem Friedenszeugnis beistehen können.
Wir rufen: Gott, erbarme dich.

Gott wir bitten Dich uns selber, die wir allein hilflos sind gegenüber der Gewalt des Krieges. Hilf uns zu erkennen, was wir selbst zum Frieden beitrage können.
Auf dich und die Kraft deines Geistes vertrauen wir.
Amen

Miteinander verbunden beten wir:
Vater unser im Himmel…

Lied    EG+141        O Herr, gib Frieden

Segen     
Der Friede Gottes, der alles Begreifen übersteigt,
bewahre eure Herzen und eure Gedanken in der
Gemeinschaft mit Christus Jesus.
Es segne und behüte euch der allmächtige und barmherzige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.


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Entwurf: Pfr. Jürgen Bode   Impuls-Idee: Katrin Oxen  Bilder: gemeindebrief.evangelisch.de

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KircheZuHause

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Riedstädter feiern verbunden im Glauben gemeinsam Gottesdienste zu Hause.

Ein wöchentliches Angebot der fünf evangelischen Kirchengemeinden in Riedstadt
(Crumstadt – Erfelden – Goddelau – Leeheim – Wolfskehlen)

Vorbereitungsgedanken:
Es hilft, sich einen ruhigen Ort zu gestalten, vielleicht auch ein klein wenig dekorativ, um sich wohlzufühlen. Sorgen Sie dafür, dass Sie die nächste Zeit ungestört verbringen können. Stellen Sie eine Kerze hinzu. Legen Sie sich ein Gesangbuch und ein Feuerzeug bereit.
Wenn Ihnen das Singen schwerfällt, lesen Sie sich die Liedtexte laut vor.
Das laute Lesen (auch der anderen Texte) eröffnet Ihnen einen tieferen Zugang.
Wenn Sie das Geläut der Kirche hören können, zünden Sie die Kerze an und verweilen in der Stille. Ansonsten beginnen Sie mit dem Lesegottesdienst um 10 Uhr. Damit wissen wir uns alle – obwohl getrennt - in einer großen Gemeinschaft doch verbunden...

Vorbereitung: Kerze – Gesangbuch

 

 

Jahreslosung 2022

www.verlagambirnbach.de
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