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Riedstadt

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Glockenläuten    &     Kerze anzünden

Einstimmung    
"Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist." Jesus Christus. (Lukas 19,10)
Wir sagen: Der ist fertig, keine Chance!
Gott sagt: Ich suche und finde und richte auf, jede und jeden!
Darum feiern wir froh Gottes Liebe zu uns -   
Im Namen des Vaters, des Sohnes, des Heiligen Geistes.
Amen

Lied EG 455,1-3        Morgenlicht leuchtet

Psalm 103, 1-13  (Basisbibel)
Lobe den Herrn, meine Seele! Und alles in mir preise seinen heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele! Und vergiss nicht das Gute,
das er für dich getan hat!
      Er vergibt dir alle deine Sünden. Er heilt alle deine Krankheiten.
      Er führt dein Leben aus der Todesnähe.
Er schmückt dich mit einer Krone – sie besteht aus Güte und Barmherzigkeit.
Er versorgt dich mit Gutem dein Leben lang. So fühlst du dich jung wie ein Adler.
      Der Herr schafft Gerechtigkeit. Allen Unterdrückten verhilft er zum Recht.
      Er hat Mose seine Wege offenbart und den Israeliten seine Taten.
Reich an Barmherzigkeit und Gnade ist der Herr, unendlich geduldig und voller Güte. Er liegt nicht ewig mit uns im Streit und ist nicht für immer böse mit uns.
        Er straft uns nicht, wie wir es verdienen,
      und unsere Sünden zahlt er uns nicht heim.
So hoch, wie der Himmel über der Erde steht, so weit reicht seine Güte.
Sie umfasst alle, die zu ihm gehören.
      So fern, wie der Osten vom Westen ist,
      so weit rückt er unsere Vergehen von uns weg.
Alle:
Wie ein Vater seinen Kindern mit Güte begegnet,
so barmherzig handelt der Herr an denen, die zu ihm gehören.
Denn er ist unser Gott, und wir sind sein Volk,
die Schafe auf seiner Weide, er leitet uns mit eigener Hand.

Lied EG 181.6    Lobsingt, ihr Völker, alle   (Laudate omnes gentes)

Gebet     
Wir öffnen dir jetzt unser Herz, Gott.
Wir bringen dir, was uns in der vergangenen Woche bewegt hat:
Unsere Last. …kurze Stille
Unsere Fehler. …kurze Stille
Unsere Freude. …kurze Stille
Unseren Dank. …kurze Stille
Unser Lob. …kurze Stille
Nimm es an.
Amen

Lesung aus Lukas 10, 1-10 (Basisbibel)
Alle Zolleinnehmer und andere Leute, die als Sünder galten, kamen zu Jesus, um ihm zuzuhören. Die Pharisäer und Schriftgelehrtenärgerten sich darüber.
Sie sagten: »Mit solchen Menschen gibt er sich ab und isst sogar mit ihnen!«

Da erzählte ihnen Jesus dieses Gleichnis:
»Was meint ihr: Einer von euch hat hundert Schafe und verliert eines davon. Wird er dann nicht die neunundneunzig Schafe in der Wüste zurücklassen?
Wird er nicht das verlorene Schaf suchen, bis er es findet?
Wenn er es gefunden hat, freut er sich sehr.
Er nimmt es auf seine Schultern und trägt es nach Hause.
Dann ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen:  
›Freut euch mit mir! Ich habe das Schaf wiedergefunden, das ich verloren hatte.‹
Das sage ich euch: Genauso freut sich Gott im Himmel über einen Sünder, der sein Leben ändert. Er freut sich mehr als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben, ihr Leben zu ändern.«

»Oder wie ist es, wenn eine Frau zehn Silbermünzen hat und eine davon verliert? Wird sie da nicht eine Öllampe anzünden, das Haus fegen und in allen Ecken suchen – so lange, bis sie das Geldstück findet?
Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: ›Freut euch mit mir! Ich habe die Silbermünze wiedergefunden, die ich verloren hatte.‹

Das sage ich euch: Genauso freuen sich die Engel Gottes über einen Sünder,
der sein Leben ändert.«
Amen

Lied EG 638,1-3    Ich lobe meinen Gott

Impuls               
Vom Verlieren und Finden

Verlorenes Schaf, verlorene Münze, verlorener Sohn – Jesus erzählt dreimal vom „VERLORENEN“.
Was haben Sie schon alles verloren?
Schlüssel, Geld, Ausweis – das geht noch. Ist ärgerlich, kann man aber ersetzen.
Heimat …Partner…Arbeitsplatz…Ehre  – Das tut schon sehr weh!

Verlieren geht schnell – Finden ist schwer.
Verlieren tut weh - Finden macht froh!

Wenn Jesus vom Verlieren erzählt, geht es immer um die Freude über das Wiederfinden.
Das mag ich an diesen Texten: Nicht die Schuld und die Frage nach der Verantwortung stehen im Mittelpunkt, sondern die Freude.
Da wird ein Fest gefeiert. Da wird gegessen, getrunken, gesungen und gelacht.
Menschen kommen zusammen, aus Freude übers Wiederfinden.
Wie wertvoll, wie leibhaftig – ein Feiern für Leib und Seele!
So ist Gott, sagt Jesus. Er feiert gerne, er freut sich – für seine Menschen.

Auch sprachlich gefallen mir die Gleichnisse. Da gibt es so tolle Kontraste:
Hundert und eins, haben und verlieren, lassen und losgehen, suchen und finden.
Der gute Hirte, von dem in Lukas 15 die Rede ist, lässt die 99 Schafe zurück, um das Eine zu suchen. Wie dumm! Ökonomisch betrachtet ergibt das absolut keinen Sinn. 99 Schafe sind jetzt in Gefahr – vielleicht stößt ihnen etwas zu, vielleicht laufen noch mehr weg. Doch der Hirte geht das Risiko ein. Natürlich! Schließlich ist es seine fundamentale Aufgabe, sich um JEDES Schaf zu kümmern.

Jesus sagt hier: Gott wendet sich den Verlorenen bedingungslos zu.

Er ist wie der gute Hirte, der sich um jedes einzelne Schaf kümmert. Gott hat eben andere Maßstäbe als die Menschen. „Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren.“
Schön ist auch: Das verlorene Schaf wird nicht getadelt.
Das kann für Sie und mich heißen: Mehr Mut zu Abweichungen, auch mal etwas anders machen! (Ver)irren ist menschlich.
Außerdem steckt für mich ein Appell in diesem Text: Sucht das Verlorene!
-Wo könnte ich in meinem Leben auf die Suche nach etwas Verlorenem gehen? Eingeschlafene Kontakte wieder aufleben lassen, versteckte Talente ans Licht holen, längst begrabenen Zielen nachgehen, Menschen wieder neu ansprechen? Der gute Hirte geht den Weg ganz sicher mit!
Amen

Lied    EG+ 87 Lobe den Herrn, meine Seele

Gebet   
Gott – barmherzig und gnädig – nahe bist du allen Menschen.
Liebevoll, freundlich, helfend. Du suchst uns, du willst uns finden.
So bitten wir dich:
Suche die, die sich verloren fühlen.
Geh denen nach, die sich verirrt haben.
Höre das Seufzen derer, die sich fürchten.
Sei bei denen, die im Elend sind.
Stärke alle, die die Freude vergessen haben.
Sieh die Traurigen freundlich an.
Behüte die Mutigen.
Erbarme dich derer, die dir ihre Schuld bekennen.
Sei geduldig mit allen, die mit dir hadern.
Dir können wir vertrauen, Gott. Du hörst uns. Danke dafür!
Amen

Miteinander verbunden beten oder singen wir:
Vater unser…oder  Lied  + 54         Bist zu uns wie ein Vater

Segen  (Sie können dabei die Hände wie eine Schale geöffnet vor sich halten)
In unseren Herzen und Häusern sei der Segen Gottes.
             In unserem Kommen und Gehen sei der Friede Gottes.
In unserem Leben und Glauben sei die Liebe Gottes.
             An unserem Ende und neuen Anfang sei die Gnade Gottes.
Amen

Stille          Kerzenlicht löschen

Glockengeläut & Kerze entzünden

Stille

Eine
Wir versammelt: verteilt in Riedstadt,
aber im Beisein des Einen.
Miteinander und mit Gott verbunden. Gott ist da.
Der Wochenspruch für den zweiten Sonntag nach Trinitatis steht bei Mt. 11,28
Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.
Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes des Vaters
und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen

Lied        EG 155, 1-3    Herr Jesu Christ dich zu uns wend

Wir lesen aus dem Wochenpsalm, Psalm 36:
Herr, deine Güte reicht so weit der Himmel ist
und deine Wahrheit so weit die Wolken gehen.
Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes
und dein Recht wie die große Tiefe.
Herr, du hilfst Menschen und Tieren.
Wie köstlich ist deine Güte,
dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben.
Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses
und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom.
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens
in deinem Lichte sehen wir das Licht.

Gebet
Gott, manchmal da dürstet uns nach deinem Geist,
nach deiner Gerechtigkeit.
Da merken wir, so wie es in dieser Welt zugeht,
dass kann doch nicht richtig sein.
Für viele – ist manches viel zu selbstverständlich.
Jeden Tag etwas zu essen zu haben.
Und auch wenn in der Hitze dieser Tage manch einer dürstet,
so findet sich doch immer wieder ein Getränk.
Essen und Trinken - für uns selbstverständlich.
Das wir dies haben, dafür wollen wir dir danken.
Essen und Trinken - wir haben genug.
Doch wir wissen: nicht alle haben genug.
Wie oft vergessen wir auch an die zu denken,
die hungert und dürstet; denen das Leben schwer fällt.
Wir bitten dich, hilf uns, dass wir immer wieder nach Wegen und Möglichkeiten suchen,
die Güter dieser Erde gerecht zu verteilen, so dass niemand Hunger leiden muss.
Und hilf, den Menschen beizustehen, die schwere Lasten tragen müssen.
Gott, es dürstet uns nach deinem Geist, nach deiner Gerechtigkeit,
ohne sie können wir nicht leben.
Amen

Lesung: Jesaja 55, 1-5


Lied:    EG 255,1-3        Komm sag es allen weiter

Gedanken zum Bibeltext (Julia Bokowski, Crumstadt),
um den Text aus Jesaja richtig zu verstehen, muss man eigentlich in brütender Hitze einige Stunden wandern. Dann kann man verstehen, was es bedeutet, wenn einer ruft, wie es am Anfang des Textes heißt: "Alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser!" Dann kann man verstehen, was diese Einladung zum Trinken bedeuten kann. Auch für die Israeliten hat es viel bedeutet, das zu hören. Das Volk Israel saß nämlich in der Verbannung in Babylonien. Und sie hatten dort nicht nur äußerlichen Durst, sondern auch Durst im übertragenen Sinne. Sie dürsteten nach ihrer Heimat, die weit weg war. Und was noch viel wichtiger war, sie dürsteten nach einer neuen Begegnung mit Gott. Schließlich empfanden sie die Verbannung als eine Strafe Gottes.
In diese Situation hinein sind die Worte des Jesaja gerichtet: "Kommt her zum Wasser." Das ist in der Situation, in der das Volk sich befand, nicht einfach eine Einladung zum Trinken, sondern es ist eine Einladung zu einer Begegnung mit Gott. Zu einer Begegnung mit Gott, die das Verhältnis mit ihm wieder in Ordnung bringt. Und die über das Alltägliche hinausgeht. Der Wein und die Milch, die im ersten Vers noch erwähnt werden, unterstreichen, dass es hier um etwas ganz Besonderes geht.
Die Einladung zu einer Begegnung mit Gott, die gilt auch heute. Jesus lädt jeden von uns ein. Uns gilt eine ganz besondere Einladung, die über das Alltägliche hinausgeht
1. Eine Einladung mit Hand und Fuß
Termine sind Gruppenwesen. Sie haben die Eigenschaft, sich immer an einer Stelle zu knubbeln. Am liebsten legen sie sich übereinander, so dass man sich entscheiden muss: Welchen Termin nehme ich wirklich wahr? Bei der Einladung Gottes ist das auch so: Es gibt Konkurrenzangebote. In unserem Text hören wir von Konkurrenzangeboten, die verkauft und gekauft werden. Die Einladung zu einer Begegnung mit Gott hat Konkurrenz. Es gibt viele andere Glücksangebote in dieser Welt. Wenn man nur ein paar Minuten Werbung sieht oder hört, weiß man, was man alles anziehen, essen und trinken muss, um glücklich, entspannt oder zufrieden zu sein. Angeblich. Denn wenn das alles stimmen würde, was die Werbung sagt, müssten wir in Deutschland lauter glückliche und mit ihrem Leben zufriedene Menschen haben. Das ist aber nicht der Fall. Bei Jesaja war das auch schon so, dass die Konkurrenzangebote nicht das erfüllten, was sie versprachen. Darum fragt Jesaja im Auftrag Gottes: Warum zählt ihr Geld da für das, was kein Brot ist und sauren Verdienst für das, was nicht satt macht? Und dann macht sich Jesaja zur Stimme Gottes und sagt:

Hört doch auf mich, so werdet ihr Gutes essen und euch am Köstlichen laben.
Neigt eure Ohren her und kommt her zu mir! Höret, so werdet ihr leben!

Jesaja macht also sozusagen Werbung für Gottes Einladung. Er möchte sagen:

"Bei Gott findet ihr das, was ihr wirklich braucht. Ich verspreche euch nichts,
was Gott dann nicht hält, sondern auf Gott könnt ihr euch verlassen.
Meine Einladung hat Hand und Fuß."

Wenn wir Gott vertrauen, dann müssen wir auch vor dem Tod keine Angst mehr haben. Denn Gott schließt mit uns einen ewigen Bund. Natürlich, auch Christen sind krank, und auch Christen müssen sterben. Aber sie wissen: Nichts kann die Gemeinschaft mit Gott zerstören. Wenn also ein uns lieber Mensch gestorben ist, dann wissen wir, dass wir durch Gott weiterhin mit ihm verbunden sind. Nichts kann aus Gottes Hand reißen. Die Welt liegt in Gottes Händen.
"Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsere Liebe nicht." So der Text eines bekannten Liedes. Gottes Liebe ist eine solche Liebe, die nicht zerbricht. Gott hält uns über alle Zeiten hinweg in seinen Händen
Nun stellt sich die Frage: Stimmt das eigentlich? Stimmt das, dass Gott mehr schenken kann als andere Glücksangebote? Gott nimmt diese Frage ernst. Darum gibt er uns einen Zeugen. Einen, der wie ein Zeuge vor Gericht bestätigen kann:
"Ja, was gesagt wurde, das stimmt."
In Vers 3 und 4 erfahren wir, wer dieser Zeuge ist: Da ist von David die Rede und Gott sagt, dass er ihn den Völkern zum Zeugen bestellt hat.
Aber wieso ist David ein Zeuge? Wieso kann er uns zeigen, dass das stimmt, dass Gottes Einladung Hand und Fuß hat?
Zum einen sehen wir an ihm die Größe Gottes. Als ein kleine unscheinbarer Junge wird er zum König gesalbt. Später führt er sein Reich zu Macht und Ruhm. Aber mir ist noch viel mehr wichtig: David war nicht nur der Harfe spielende Jüngling, der immer alles richtig machte.
David, das ist auch der, der Ehebruch betrieb, der Joab in den Tod schickte.
Und trotzdem verzeiht Gott ihm. An Davids Leben sehen wir: Gott lädt uns Menschen immer wieder neu ein. Auch wenn wir uns einmal von Gott entfernt haben.
Und David ist noch in anderer Weise ein Zeuge. Nämlich durch den, von dem wir in der Bibel lesen, dass er ein Sohn Davids ist. Das ist Jesus. Er, der Menschen von der Liebe Gottes erzählt hat, der Menschen geheilt hat und der den Weg durch Kreuz und Auferstehung gegangen ist, er ist der Zeuge Gottes, der uns zeigt: Die Einladung Gottes hat Hand und Fuß. Wenn Gott sich nicht zu schade war, auf dieser Welt zu leben und sich auf grausamste Weise umbringen zu lassen, dann muss ihm tatsächlich etwas an dieser Einladung liegen. Und wenn er Jesus wieder lebendig gemacht hat, dann hat er auch die Macht, uns ein neues Leben zu schenken, ein Leben, das über den Tod hinausgeht.
2. Eine Einladung ohne Vorbedingungen
Es gibt Einladungen, die sind gar keine richtigen Einladungen. Da wird man eingeladen, aber dann steht da noch: "Eintritt: 5 Euro" oder „Nur geimpfte, genesene oder getestete“ Es handelt sich also um eine Einladung mit einer Vorbedingung. Ich habe den Eindruck, dass wir die Einladung zum Leben mit Gott auch oft als so eine Einladung mit Vorbedingungen ansehen. Natürlich, die meisten von uns haben schon oft davon gehört, dass Gott uns liebt, dass wir durch Glauben und nicht durch Werke gerechtfertigt werden, wie es der Apostel Paulus ausdrückt. Aber manchmal schleichen sich dann doch wieder Vorbedingungen ein: Manchmal gibt es eine Art christliches Leistungsprinzip, dass der Mitarbeiter, der besonders sichtbare Gaben hat, in der Gemeinde besonders geehrt wird, während ein anderer, der zurückhaltender ist, kaum beachtet wird. Wie schön ist es, dass wir hier in unserem Text lesen können: "die ihr kein Geld habt, kommt her und kauft ohne Geld und umsonst." Das bedeutet: Gottes Einladung ist nicht mit Vorbedingungen verbunden. Ich brauche nicht erst ein guter Mensch zu werden, bevor ich zu Gott kommen kann. Ich kann zu ihm kommen wie ich bin und sprechen: "Herr, hier bin ich mir dürstet nach dir“.

Lied    EG 346, 1-3    Such wer da will ein ander Ziel

Fürbittgebet
Gott, heute wird in deinen Gemeinden ein neuer Kirchenvorstand gewählt, wir bitten dich: Begleite uns in unseren Gemeinden mit deinem Geist. Wir danken dir für alle Kandidatinnen und Kandidaten, die sich bereit erklärt haben sich für deine Gemeinde einzusetzen. Begleite sie auf ihrem Weg!
In der Stille nennen wir die Namen der Menschen,
die uns ganz besonders am Herzen liegen….(Namennennung)
und wir legen dir die Menschen ans Herz, an die niemand denkt, die dürstet nach dem Leben.

– Stille -  Vater unser im Himmel…

Lied    EG 171    Bewahre uns Gott

Segen
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir
und sei die gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir seinen Frieden.
Amen.

Kerze auspusten

Glockengeläut     &      Kerze entzünden       &    Stille

Die Glocken läuten und rufen zum Gebet.

Auch wenn fast alle Riedstädter Kirchen wieder geöffnet sind, können wir noch nicht so Gottesdienst feiern, wie wir das gewohnt sind.
So ist es nicht möglich, gemeinschaftlich zu singen; für viele gehört das aber zum Herz eines jeden Gottesdienstes.
Und doch sind wir versammelt: verteilt in Riedstadt, aber im Beisein des Einen.
Miteinander und mit Gott verbunden.
Gott ist da.

Der Wochenspruch zu Trinitatis steht in 2.Korinther 13,13 und lautet:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes des Vaters,
des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen

Lied: Wie lieblich ist der Maien (EG 501, 1-4)

Gebet
Du dreieiniger Gott, die Himmel können dich nicht fassen -
und doch kommst du uns nahe in deinem Gebot, das den Weg weist,
in deinem Wort, das aufrichtet, in deinem Geist, der neues Leben schenkt. Hilf, dass wir deine Stimme unterscheiden von vielen anderen Stimmen,
die an unsere Ohren dringen, damit wir mit dir durchs Leben gehen, gehalten von deiner Liebe, die uns in Jesus Christus begegnet.
Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Amen.

Wir lesen aus dem Wochenpsalm, Psalm 113:
1 Lobet, ihr Knechte des HERRN,
lobet den Namen des HERRN!
     2 Gelobt sei der Name des HERRN
     von nun an bis in Ewigkeit!
3 Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang
sei gelobet der Name des HERRN!
     4 Der HERR ist hoch über alle Völker;
     seine Herrlichkeit reicht, so weit der Himmel ist.
5 Wer ist wie der HERR, unser Gott,
der oben thront in der Höhe,
     6 der herniederschaut in die Tiefe,
     auf Himmel und Erde;
7 der den Geringen aufrichtet aus dem Staube
und erhöht den Armen aus dem Schmutz,
     8 dass er ihn setze neben die Fürsten,
     neben die Fürsten seines Volkes.
Halleluja!

Wochenlied:    Gelobet sei der Herr (EG 139=Melodie ‚Nun danket alle Gott‘)

Gedanken zum Wochenspruch  von Volker Herwig, Wolfskehlen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.

2. Korinther 13, 13

Liebe Gemeinde,
heute ist ein christlicher Festtag, von dem auch Christen oft nicht viel oder sogar überhaupt nichts wissen. Dabei ist er so wichtig, dass die Sonntage
von nun an fast bis zum Ende des Kirchenjahres nach ihm gezählt werden.
In diesem Jahr geht es zum Beispiel bis zum 24. Oktober, welches der 21. Sonntag nach Trinitatis ist. Trinitatis steht also in der Mitte zwischen den beiden Kirchenjahreshälften:
Von Advent bis Pfingsten geht es um Geburt und Leben Jesu, sein Sterben und seine Auferstehung sowie die Sendung des Heiligen Geistes. Von nun an geht es um das Leben der Menschen im Glauben. Deshalb hängen in der Kirche ab dem kommenden Sonntag grüne Antependien, das sind die Behänge vor Altar und Kanzel. Sie sind grün, weil sie auf das „Wachsen im Glauben“ hinweisen wollen. Wie sollen Christen leben? Wie soll es in Kirche zugehen? Wie haben sich Christen in bestimmten Situationen zu verhalten?
Heute ist das Fest dazwischen und da wird noch einmal der Blick ganz auf den dreieinigen Gott gerichtet: Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Dieser dreifaltige oder dreieinige Gott ist sicher nicht leicht zu verstehen, zumal Trinitatis im Gegensatz zu Weihnachten, Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten kein konkretes Ereignis im Leben Jesu oder der Gemeinden als Ursprung hat. Wie schwierig die Thematik ist, habe ich vor vielen Jahren in Marokko erlebt. Dort hatte ich mal eine lange Diskussion mit einem Moslem, der darauf bestand, dass wir drei verschiedene Götter verehren, und es gelang mir absolut nicht ihn davon abzubringen.
Vielleicht kann man es an Beispielen verdeutlichen. Ein Mann ist Lehrer, er ist zugleich Familienvater, und in seiner Freizeit engagiert er sich intensiv in seinem Tennisclub, als Spieler und als Präsident. Wenn man ihn nur in einer Rolle kennt, dann hat man nur ein begrenztes Bild, erst die drei Seiten geben einen umfassenden Eindruck von ihm wieder. Auch Wasser hat drei Erscheinungsweisen: als Flüssigkeit, als Eis und als Dampf.
Gott hat also drei Seiten, mit denen er uns begegnet, und wenn man es kurz und knapp
und sehr vereinfachend auf einen Nenner bringen will, dann könnte man sagen:
über uns, mit uns und in uns.
Die erste Seite Gottes ist der Vater. Er sorgt für uns, er setzt uns Grenzen, er lässt uns unserer Wege gehen, wir bleiben seine Kinder, egal was wir machen, so wie unser Vater unser Vater bleibt, egal, was er macht. In der Bibel gibt es auch genug Beispiele, was passiert, wenn wir uns von ihm abwenden. Jesus erzählt die Geschichten vom verlorenen Sohn, vom verlorenen Schaf und von der verlorenen Drachme. Im Alten Testament erfährt Jona, dass der Vater sich gegenüber dem verdorbenen Ninive als gnädig erweist.
Und der Vater hat auch viele mütterliche Züge: So heißt es in Jesaja 66,13:
     Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
Manchmal ist der Vater aber auch absolut unverständlich:
Er tut Sachen, die man nicht nachvollziehen kann.
Der Sohn ist die zweite Seite Gottes. Er ist bei uns, wenn das Leid uns überwältigt. Mit seinem Tod wird uns deutlich gemacht, dass Leiden kein

Zeichen dafür ist, dass Gott gegen uns ist. Wir brauchen in unserem Unglück uns nicht auch noch mit der Suche nach unserer Schuld zu quälen. Und die Auferstehung Jesu ist ein konkretes Zeichen dafür, dass auch wir mit dem Tod nicht am Ende, sondern am Ziel unseres Weges sind.
Im Heiligen Geist ist Gott gegenwärtig, und zwar überall, an allen Stellen,
so wie der Wind. In ihm sind Gott und Jesus in uns gegenwärtig. Der Heilige Geist macht aber auch deutlich, dass wir ihn nicht vereinnahmen können,
er ist nicht berechenbar. Der Geist weht, wo er will.
Jenseits all dieser Überlegungen ist aber wichtig, dass der Wochenspruch mit dem dreieinigen Gott als Kanzelgruß häufig vor der Predigt gesprochen wird. Und damit macht er deutlich, dass vor all unserem oft mühseligen Nachdenken über biblische Texte die Bitte an den dreieinigen Gott um Gnade, Liebe und Gemeinschaft steht. Mit ihr bringen wir zum Ausdruck, dass vor all unseren Anstrengungen, Leistungen und unserem Scheitern unser Vertrauen in Gottes unverrückbares Ja zu uns steht: Er sagt zu uns ja, ja und nochmals ja.
Und wir sagen Amen.

Lied: Erneure mich, o ewigs Licht (EG 390)

Wir wollen beten:
Zu dir, dreifaltiger Gott, dessen Leben unser Begreifen übersteigt, beten wir und rufen dich an: Gott Vater, Schöpfer der Welt, bewahre das Leben deiner Menschen auf dieser Erde und hilf uns, nach deinem Wort und deiner Weisung zu leben. Stifte Frieden zwischen den Völkern und lass uns gemeinsam an einer besseren Welt bauen.
Schenke den Mächtigen Einsicht in die Nöte der Menschen.
Gott Sohn, Jesus Christus, Bruder und Herr unseres Lebens,
sei mit den Unterdrückten und Benachteiligten,
sei mit den Haltlosen und den Zweifelnden.
Lass uns aus deiner Versöhnung leben und deine Liebe in die Welt bringen.
Gott Heiliger Geist, der du unser Leben vollendest, öffne dieser Welt eine Zukunft in Gemeinschaft und Hoffnung, in gegenseitigem Vertrauen und tiefer Nähe. Erhalte uns das Feuer des Glaubens, dass wir von deiner Gnade singen, bis du kommst und uns erlöst.
Höre uns, dreieiniger Gott, und erhöre uns in Ewigkeit.

Lied: Gott des Himmels und der Erden (EG 445, 1.5)

Segen
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht
leuchten über dir und sei die gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir seinen Frieden.
Amen.

Kerze auspusten

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gemeindebrief.evangelisch.de

Das Dekanatskirchenmusikteam Groß-Gerau-Rüsselsheim stellt Ihnen das Wochenlied zum 3. Sonntag nach Trinitatis zur Verfügung.

EG 503  Geh aus mein Herz

Ein musikalischen Gruß zur Woche Orgelvariationen über "Geh aus, mein Herz und suche Freud"Gottfried FischerOrgel: Wiebke Friedrich

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gemeindebrief.evangelisch.de

Das Dekanatskirchenmusikteam Groß-Gerau-Rüsselsheim stellt Ihnen heute als musikalischen Wochengruß ein Orgelstück zur Verfügung.

„Präambulum in F-Dur“

von Vincent Lübeck (1684-1755) eingespielt von Natalia Koschkareva.

KircheZuHause

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Riedstädter feiern verbunden im Glauben gemeinsam Gottesdienste zu Hause.

Ein wöchentliches Angebot der fünf evangelischen Kirchengemeinden in Riedstadt
(Crumstadt – Erfelden – Goddelau – Leeheim – Wolfskehlen)

Vorbereitungsgedanken:
Es hilft, sich einen ruhigen Ort zu gestalten, vielleicht auch ein klein wenig dekorativ, um sich wohlzufühlen. Sorgen Sie dafür, dass Sie die nächste Zeit ungestört verbringen können. Stellen Sie eine Kerze hinzu. Legen Sie sich ein Gesangbuch und ein Feuerzeug bereit.
Wenn Ihnen das Singen schwerfällt, lesen Sie sich die Liedtexte laut vor.
Das laute Lesen (auch der anderen Texte) eröffnet Ihnen einen tieferen Zugang.
Wenn Sie das Geläut der Kirche hören können, zünden Sie die Kerze an und verweilen in der Stille. Ansonsten beginnen Sie mit dem Lesegottesdienst um 10 Uhr. Damit wissen wir uns alle – obwohl getrennt - in einer großen Gemeinschaft doch verbunden...

Vorbereitung: Kerze – Gesangbuch

 

 

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